Kommen wir ins Gespräch…
„Europa: der unterschätzte Kontinent. 
Durchstarter oder Auslaufmodell?“

Die Einen sehen im Europa der vergangenen Jahrzehnte eine Erfolgsgeschichte und ein Friedensmodell, die Anderen ein Bürokratie-Konstrukt, das langsam agiert, Innovation hemmt und sich bei Energie, Sicherheit und Produktion zu lange zurückgelehnt und auf andere Kontinente verlassen hat. 

Wie man Europa auch sehen mag: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Rahmen der Weltpolitik spürbar ändern. Doch was bedeutet das für uns? Wo geht die Reise für Europa hin? Ist Europa ein Durchstarter? Oder ein Auslaufmodell?

Der erfahrene Stratege Gerald Karner hat sich intensiv mit der Frage der Zukunftsfähigkeit Europas beschäftigt und dazu ein Buch geschrieben. Auf die Frage, ob Europa ein Durchstarter oder Auslaufmodell sei, antwortet er: „Weder noch.“ Europa sei kein Durchstarter, weil Entscheidungen naturgemäß lange dauern, aber auch keineswegs ein Auslaufmodell. 

 

Die geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre zwingen Europa, schneller und entschlossener zu handeln als bisher. Europa müsse sich emanzipieren. Nicht um Supermacht zu werden, sondern um handlungsfähig zu sein. Mit 450 Millionen Menschen bilde die EU den größten Binnenmarkt der Welt - ein Hebel, der genutzt werden könne. Europa verfüge über hohe Bildungsstandards, starke Forschung und technologisches Know-how. „Wir brauchen uns nicht kleiner machen, als wir sind. Wir müssen nur wollen", so Karner. 

In der anschließenden Talkrunde brachten die Teilnehmer:innen spannende Perspektiven und Sichtweisen über Europas Gegenwart und Zukunft ein:

Gerald Karner, Ökonomin Heike Lehner, Vodafone-Manager Michael Jungwirth, Globe-Air-CEO Bernhard Fragner und KI-Professor Ulrich Bodenhofer von der FH Hagenberg.

Am Podium:

Gerald Karner
Heike Lehner
Bernhard Fragner
Michael Jungwirth
Ulrich Bodenhofer



Vielen Dank an unsere Mentoren:

Tenor der Runde war, dass Europa aus einer Position der Stärke heraus agieren kann und viel selbstbewusster auftreten müsste. Gleichzeitig müssten wir aus einer gewissen Bequemlichkeit und Lethargie herauskommen und die Herausforderungen konsequent angehen – wie zum Beispiel Überalterung der Gesellschaft mit stark steigenden Kosten für das Gesundheits- und Pensionssystem, Sicherheitsabhängigkeit von den USA, Energieabhängigkeit von anderen Kontinenten u.v.m. 
Gleichzeitig würden uns andere Blöcke gerne schlechter darstellen als wir sind und Zentrifugalkräfte gezielt fördern. 

Ein optimistischer Ausblick überwog, auch wenn Europa sich dringend und zielstrebig emanzipieren und konsequent auf eigene Beine stellen müsse.