Expedition für Humanismus
"Die Letzten werden die Ersten sein“

Was braucht unsere Gesellschaft, damit sich Menschen zu Sieger:innen entwickeln können – und trotzdem möglichst alle gewinnen? 


Tag 1: 

Mit dieser Frage begann am 2. Juli 2026 in der Theaterscheune des Stiftes Wilhering unsere „Expedition für Humanismus: die Letzten werden die Ersten sein“. 

Der öffentliche Auftakt war bis auf den letzten Platz gefüllt und machte deutlich: Das Interesse an den großen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft ist ungebrochen.

Gemeinsam mit Zukunftsforscher Tristan Horx, Schauspielerin Emilia Bernsdorf, Kabarettist Thomas Maurer und Violinistin Kirstie Elen eröffneten wir einen Abend, der bewusst keine einfachen Antworten geben wollte. Stattdessen ging es um die Frage, welche Werte und Rahmenbedingungen Menschen brauchen, um ihr Potenzial entfalten zu können – und wie eine Gesellschaft aussehen kann, in der persönlicher Erfolg nicht auf Kosten anderer entsteht.


 

Unsere Talkrunde bereicherten: Bischof Manfred Scheuer - Super-G-Weltmeisterin Nicole Schmidhofer - Blau-Weiß-Damentrainerin Jasmin Pistotnik - Kabarettist Thomas Maurer - FH-Professorin Martina Gaisch - FH-Professor Stefan Fink - IT:U Director Outreach & Startups Daniel Cracau - Tristan Horx - Schauspielerin Emilia Bernsdorf

„Die Letzten werden die Ersten sein“: Das Motto stand für viele Fragen: Wer wird heute übersehen? Wen nehmen wir zu wenig wahr? Kann es auch ein Privileg sein, der Letzte zu sein? Und wie schaffen wir eine Gesellschaft, die Leistung anerkennt, Chancen eröffnet und gleichzeitig Zusammenhalt stärkt?

Gemeinsam mit den über 200 Besucher:innen des Expeditionsstarts wurde eine Word-Cloud gebildet: „ Was ist in unserer Gesellscahft wichtig, damit sich Menschen zu Sieger:innen entwickeln können und gleichzeitig trotzdem möglichst alle gewinnen?“

Tag 2: 

Am 3. Juli 2025, dem zweiten Expeditionstag, machte sich ein Expeditionsteam von knapp 30 Personen auf den Weg.  

Das Expeditionsteam

Abt Reinhold Dessl Stift Wilhering, Forum Humanismus Wilhering
Anna Gruber Vizerektorin für Lehre, Digitalisierung und Praxisschulen bei Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Christian Schönhuber Vorstandsvorsitzender, Raiffeisenbank Region Eferding
Daniel Cracau Founding Director Outreach & Startups, IT:U
Elisabeth Ulbrich Managing Director, LIT Open Innovation Center, JKU Linz
Emilia Bernsdorf Schauspielerin
Ewald Marschallinger CEO, Danküchen
Jasmin Pistotnik Headcoach Frauen FC Blau-Weiß Linz
Johanna Preymann Schülerin Stiftsgymnasium Wilhering
Markus Langthaler Vizebürgermeister Wilhering, Forum Humanismus Wilhering
Marlene Angerer Studentin, Forum Humanismus Wilhering
Martina Gaisch Professorin, FH Hagenberg
Mukassa Fozing Gründer, IMARALABS
Nicole Schmidhofer Super-G-Weltmeisterin
Paul Schallegruber Schüler Stiftsgymnasium Wilhering
Peter Weixelbaumer Unternehmer, Forum Humanismus Wilhering
Raphaela Plasch Selbstständige Psychologin
Reinhold Gruber Journalist, Autor
Romy Herzer Unternehmerin, Steuerberatung, Forum Humanismus Wilhering
Sandra Leitner Direktorin, Stiftsgymnasium Wilhering
Sr. Helene Fürst Die Elisabethinen
Stefan Kienreich Klinik Wilhering
Stephanie Mittendorfer Lebens- & Sozialberaterin / akad. Supervisorin
Thomas Maurer Kabarettist
Ulrich Bodenhofer Professor, FH Hagenberg
Beatrix Brückler Projektmanagerin, VERITAS Verlag

Beobachter:in

Simone Bögehold-Weixelbaumer Professorin, HLW für Mediendesign, Kreuzschwestern Linz

Beobachter:in



Vielen Dank an unsere Mentoren:

Auf dem Expeditionspfad gab es fünf hochkarätige Impulse zum Thema:

Super-G-Weltmeisterin Nicole Schmidhofer: „Vom Scheitern zum Sieg – und umgekehrt: Was sind die Hauptfaktoren dafür? Was macht den Unterschied?“

Diözesanbischof Manfred Scheuer: „Die Aufgabe der Religion in Zeiten disruptiver Veränderungen und globaler Unsicherheiten.“

FH-Professorin Martina Gaisch: „Die Gesellschaft zwischen Fairness, Gemeinschaftssinn und Individualismus: was ist und was kommt?“

Ewald Marschallinger (CEO von DANKüchen) und Peter Weixelbaumer (Obmann des Forum Humanismus Wilhering): Österreich/Europa im ökonomischen Wandel – die Erfolgsfaktoren

Daniel Cracau, IT:U Director für Outreach & Startups: Digitale Transformation – Status und Erfolgsfaktoren unserer Gesellschaft

Nicht fertige Antworten standen im Mittelpunkt, sondern unterschiedliche Perspektiven, kritisches Hinterfragen und der gemeinsame Dialog.

Am Nachmittag arbeitete des Expeditionsteam in Kleingruppen die wichtigsten Fragestellungen und Eckpunkte aus.

 

Digitale Transformation und KI: Wie nehmen wir alle mit?

Die Diskussion machte deutlich: Digitale Kompetenz ist keine Frage des Alters. Junge Menschen nutzen neue Technologien oft selbstverständlich, ältere Generationen hinterfragen ihre Auswirkungen häufig kritischer. Beides ist wertvoll.

Im Zentrum standen Fragen wie: Wie schaffen wir echte AI Literacy für alle Generationen? Wie verändern sich Lernen und Bildung? Und wie gelingt es, gesellschaftliche Gräben zu überwinden, damit Menschen wieder miteinander statt übereinander über Digitalisierung sprechen? Letztlich geht es darum, Transformation nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu verstehen.
 

Ökonomie und Wohlstand: Was bedeutet gutes Leben?

Wohlstand wurde bewusst breiter gedacht als wirtschaftliches Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt allein sagt wenig über Lebensqualität, Sinn oder gesellschaftlichen Zusammenhalt aus.

Diskutiert wurde über die Zukunft der Arbeit, die Verantwortung von Unternehmen und die Rolle des Staates. Eine zentrale Frage lautete: Warum investieren wir so viel Energie in die Reparatur bekannter Probleme, anstatt ihre Ursachen frühzeitig zu beseitigen? Nachhaltiger Wohlstand braucht wirtschaftliche Stärke ebenso wie Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt.
 

Gleichheit und Ungleichheit: Wer öffnet Türen?

Bildungschancen hängen noch immer stark von Herkunft und Umfeld ab. Deshalb wurde die Bedeutung von Mentor:innen besonders hervorgehoben. Sie können Möglichkeiten sichtbar machen, Orientierung geben und Menschen ermutigen, neue Wege zu gehen.

Ebenso intensiv diskutiert wurden Verantwortung, Vorurteile und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Toleranz bedeutet nicht nur, selbst Akzeptanz einzufordern, sondern auch andere Lebensentwürfe auszuhalten. Gesellschaft entsteht dort, wo Menschen Verantwortung für ihr eigenes Handeln übernehmen.
 

Erfolg und Erfolgsfaktoren: Was bleibt unsichtbar?

Erfolg ist individuell. Für manche bedeutet er Karriere und Einkommen, für andere Freiheit, Sinn oder persönliche Entwicklung.

Die Teilnehmer:innen richteten den Blick bewusst auf das Unsichtbare hinter jedem Erfolg: Rückschläge, Anstrengung, Unterstützer:innen und Teams. Erfolg entsteht selten allein. Wer außergewöhnliche Leistungen betrachtet, sollte auch jene Menschen sehen, die sie erst möglich gemacht haben.

 Mehr Fragen als Antworten

Vier Themenfelder. Zahlreiche Perspektiven. Und am Ende bewusst und gezielt mehr Fragen als fertige Lösungen.

Gerade darin lag die Stärke der Expedition. Sie zeigte, dass Zukunft nicht dadurch entsteht, möglichst rasch einfache Antworten zu finden. Sondern dadurch, unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten, einander zuzuhören und gemeinsam die Fragen zu stellen, die für unsere Gesellschaft wirklich entscheidend sind.

Auch das Expeditionsteam bildetet eine Word-Cloud:

It’s about problem shaping, not only problem solving…

Ein herzliches Dankeschön an alle Künstler:innen, Mitwirkenden, Partner:innen und Besucher:innen, die zum Erfolg der „Expedition für Humanismus: die Letzten werden die Ersten sein“  beigetragen haben. 

Vielen Dank an unsere Mentor:innen: VIVATIS Holding AG - PORR Bau GmbH - Raiffeisenbank Region Eferding - Klinik Wilhering - Diözese Linz - OÖ Tourismusverband DONAU - OÖ Versicherung - Marktgemeinde Wilhering - Stift Wilhering